Zecken auch im Herbst und Winter aktiv – schützen Sie Ihren Hund
Immer häufiger finden Tierärzte auch in der kalten Jahreszeit Zecken an Hunden. Durch den Klimawandel können Zecken auch im Winter überleben. Die Gefahr für Hunde an von Zecken übertragenen Krankheiten wie Borreliose, Anaplasmose oder Babesiose zu erkranken, nimmt deutlich zu und besteht nun auch in den bislang weniger ungefährlichen Herbst- und Wintermonaten - darauf weist der Verband der
praktizierenden Tierärzte in Deutschland hin.
Medikamente vertreiben die Zecken
Um Hunde vor Zecken zu schützen, empfiehlt der Deutsche Tierschutzbund Zeckenabwehrmittel zweifacher Wirkung zu verwenden. Die Medikamente sollten erstens repellent sein, also Zecken durch Duftstoffe vertreiben. Zweitens sollten sie Zecken töten, die sich bereits amHund festgesetzt haben. Dazu greifen die Wirkstoffe der Medikamente das Nervensystem der Zecken an und töten sie. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die Substanzen zu verwenden: Einige werden als so genannte „Spot on“-Präparate direkt auf die Haut der Hunde aufgetragen, andere als Spray zwischen dem Fell verteilt.
Die fettlöslichenWirkstoffe dringen nach dem Auftragen in die obere Hautschicht des Hundes ein. Eine Alternative sind Halsbänder, die mit einem Wirkstoff gegen Zecken beschichtet sind.Der Nachteil dieser Halsbänder: Die Substanzen gehen nicht vollständig in die Haut des Hundes über, sondern bleiben auch auf dem Halsband. Menschen, die den Hund streicheln, können so in Kontakt mit den Medikamenten treten und dieses ebenfalls über die Haut aufnehmen. Welche Medikamente und welche Anwendungsformen für Ihren Hund am besten geeignet sind, kann Ihnen Ihr Tierarzt oder Ihre Apotheke sagen. Insbesondere wenn Sie auch Katzen besitzen, müssen die Medikamente sorgfältig ausgewählt werden, da einige der Präparate für Katzen giftig sind.
Kleine Zeckennymphen bleiben
häufig unentdeckt Alle Präparate schützen Ihren Hund auch vor den sehr kleinen Zeckenlarven, den Nymphen. Diese bleiben häufig unentdeckt, können aber wie jede Zecke gefährliche Krankheiten übertragen. Da sich die Haut von Hunden abschuppt und erneuert, müssen Spot on-Präparate und Sprays nach zirka vier Wochen erneut aufgetragen werden. Während dieser Zeitspanne bleibt die Zeckenabwehr auch dann wirksam, wenn ihr Hund schwimmt, badet oder in den Regen kommt - dieMedikamente sind nicht wasserlöslich.
So entfernt man Zecken richtig
Entdecken Sie trotzdem Zecken an ihrem Hund, etwa weil sie noch kein Medikament verwenden oder die vier Wochen, in denen die Wirkung anhält, vorüber sind, müssen Sie schnell handeln. Zecken sollten innerhalb der ersten zwölf Stunden entfernt werden. Verwenden Sie dazu eine Zeckenzange oder ein Skalpell und ziehen oder hebeln Sie die Zecke aus der Haut. Achten Sie darauf, die gesamte Zecke zu entfernen. Früher wurde oft empfohlen, Zecken vor dem Entfernen mit Öl oder Klebstoff zu ersticken. Heute weiß man, dass Zecken beim Ersticken in ihrem Todeskampf besonders viel Flüssigkeit absondern - und mit ihr Krankheitserreger. Entfernen Sie deshalb die Zecken, ohne sie vorher zu töten. Stellen Sie sicher, dass die Zecken nicht mehr leben, wenn Sie sie entsorgen. Heimische Zecken können zum Beispiel im Garten lange ohne Blutmahlzeit durchhalten und IhrenHund erneut befallen. Im Gegensatz zu Zecken wie dem Holzbock kann die Braune Hundezecke auch in der Wohnung überleben. Die Hundezecke ist eigentlich im Mittelmeerraum heimisch, tritt inzwischen aber immer häufiger in Deutschland auf. Sie sollten deshalb alle Zecken töten, die sie entfernt haben. Schützen Sie IhrenHund und damit auch sich und Ihre Familie rät Ihre Apothekerin Sonja Reder.










