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Vitamin- und Mineralstoffversorgung in Deutschland - im grünen Bereich?

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Zwischen ausgewogener, vitaminreicher Ernährung in der Theorie und dem tatsächlichen Ernährungsverhalten klafft offensichtlich eine große Lücke. Aktuelle Informationen hierzu liefern die 2008 publizierten Ergebnisse der Nationalen Verzehrstudie II (NVS II), einer bundesweiten Befragung zur Ernährung von Jugendlichen und Erwachsenen, die im Auftrag des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz durchgeführt wurde. Dabei wurde die Vitamin- und Mineralstoffaufnahme anhand eines Vergleichs der von den wissenschaftlichen Fachgesellschaften empfohlenen Zufuhr mit der tatsächlichen ermittelten Aufnahme beurteilt.
 

Die Ergebnisse sind alarmierend:
86% der befragten Frauen und 79% der befragten Männer nehmen in Deutschland nicht ausreichend Folsäure auf.
91% der Frauen und 82 % der Männer nehmen nicht ausreichen Vitamin D auf.
20-50 % der deutschen Bevölkerung zwischen 14 und 80 Jahren nehmen nach den Ergebnissen zudem unzureichend Vitamin B1, B2, B12 sowie Vitamin C und E auf.

Risikogruppen benötigen noch mehr.                                                       
Risikogruppen haben einen erhöhten Bedarf an Mikronährstoffen.

Zu den Faktoren, die den Bedarf erhöhen zählen: 
     • Krankheiten
     • Medikamente
     • Stress
     • Verdauungs- und Stoffwechselstörungen

Bedarf haben außerdem:
     • Kinder und Jugendliche (Wachstum) 
     • Berufstätige (einseitige Ernährungsgewohnheiten, Stress, Genussmittelkonsum)
     • Schwangere und Stillende 
     • Ältere Menschen (altersbedingte Beeinträchtigung verschiedener Organe, z.B. Haut, Niere, Leber)

Hier eine kleine Übersicht welche Medikamente, welchen Vitamin und Nährstoffmangel verursachen:

Antazida Protonenpumpenhemmer z. B.
Omeprazol, Pantoprazol
Mangel an Vitamin B12, Folsäure, Vitamin D3
Antidiabetika Metformin Mangel an Folsäure, Vitamin B12
Antiepileptika Carbamazepin, Phenytoin, Phenobarbital Mangel an Vitamin D3, Vitamin K, Folsäure
Antirheumatika Methotrexat Mangel an Folsäure
Kortikosteroide Prednisolon, Dexamethason Mangel an Vitamin D3, Calcium, Vitamin C
Diuretika Hydrochlorothiazid, Furosemid Mangel an Magnesium, Kalium, Folsäure, Zink
Lipidsenker Lovastatin, Atorvastatin Mangel an Coenzym Q10
Psychopharmaka    Amitriptilin, Imipramin Mangel an Riboflavin

Welche Symptome werden bemerkt, wenn ein Nährstoffmangel vorliegt?

Vitamin B1    – Antriebslosigkeit, Lern- und Konzentrationsstörungen
Vitamin B3     – Müdigkeit, Nervosität, Mundwinkelrhagaden, Stimmungsschwankungen
Vitamin B6    – Kopfschmerzen, Nervosität, Reizbarkeit, Stimmungsschwankungen, Infektanfälligkeit
Vitamin B12   – Antriebslosigkeit, kognitive Leistungseinbußen, depressive Verstimmung
Folsäure       – Antriebslosigkeit, mentale Defizite, depressive Verstimmung
Vitamin C  – Infektanfälligkeit, physische und psychische Leistungseinbußen, depressive
   Verstimmung  und Reizbarkeit
Vitamin D – Infektanfälligkeit, Muskelschwäche, Müdigkeit, depressive Verstimmung
Magnesium    – Nervosität, Reizbarkeit, Spannungskopfschmerzen, Stressanfälligkeit
Eisen – Blässe, Infektanfällligkeit, Müdigkeit, Mundwinkelrhagaden, Muskelschwäche
Zink – Infektanfälligkeit, Konzentrationsstörungen, Reizbarkeit, gestörte Wundheilung

Verschiedene neueste Studien zeigen, dass man mit Mikronährstoffen / Vitaminen Krankheiten vorbeugen kann 
     • Folsäure wirkt dem Abfall der geistigen Leistungsfähigkeit im Alter entgegen
     • Vitamin D3 beugt dem Herzinfarkt vor
     • Folsäure senkt das Schlaganfallrisiko
     • Omega 3 Fettsäuren in der Schwangerschaft fördert eine gesunde geistige Entwicklung des Kindes
       (sprachlich, feinmotorisch, sozial)

Abschließend muss man feststellen, dass trotz Überangebot in Deutschland ein Mikronährstoffmangel / Vitaminmangel herrscht und dieser unterschätzt, unterdiagostiziert und untertherapiert ist.
Obwohl es eine Vielzahl von Studien gibt, die belegen, dass Vitamine vorbeugend und heilend eingesetzt werden können, wird in Deutschland das darin schlummernde präventive Potenzial nicht ausreichend ausgeschöpft. Falls Sie etwas für Ihre jetzige und zukünftige Gesundheit tun möchten, sprechen Sie mich und meine Mitarbeiter gerne zu einem individuellen Beratungsgespräch an.

 

Ihre Apothekerin Sonja Reder